Citroen - Die Anfänge von Citroen!

"Die Göttin" Citroen DS

Citroën wurde von André Citroën (1878–1935) gegründet. Der Ursprung des Firmenemblems ist die doppelte Schrägverzahnung von Zahnrädern, der Pfeilverzahnung, dem ersten Produktionsschwerpunkt des Unternehmens. André Citroën erwarb 1900 auf einer Reise durch Polen ein Patent eines Herstellungsverfahren für eine Verzahnungsmaschine, um Winkelverzahnungen für Zahnräder nach einer 1820 durch Joseph Woollams erfundenen Anordnung (englisches Patent Nr. 4477 vom 20. Juni 1820) herzustellen.

Ab 1915 wurde die Produktion umgerüstet und es wurden rund 23 Millionen Schrapnellgranaten für den Ersten Weltkrieg hergestellt. Dies lieferte das nötige Startkapital, um nach Kriegsende 1919 das erste in Großserie gebaute europäische Automobil, den Citroën Typ A, vom Band laufen zu lassen. Der elektrische Anlasser und das Reserverad an diesem Fahrzeug waren in jener Zeit eine Besonderheit.

Entwicklungen des Unternehmens

  • 1919 begann die Produktion des ersten Citroën Typ A 10hp. Zu dieser Zeit wurde die Fließbandproduktion in Europa eingeführt. Der Citroën Typ A hatte damals schon serienmäßig elektrisches Licht und einen elektrischen Anlasser.
  • 1920 führte Citroën Austausch-Ersatzteile bei 300 Vertragshändlern in Frankreich ein.
  • 1921 war Citroën erster Anbieter von Leasing- und Leihwagen.
  • 1921 führte Citroën insgesamt 165.000 Straßenschilder und Wegweiser in ganz Frankreich mit dem Untertitel „Don de Citroën“ („gestiftet von Citroën“) ein.
  • 1922 bewies Citroën die Zuverlässigkeit der umgebauten Citroën-Halbkettenfahrzeuge vom Typ B2 10 HP („Kégresse“) mit der Durchquerung der Sahara über die Strecke von Touggourt und Timbuktu. Dieser Expedition folgten 1924 die berühmte Croisière Noire und 1931 die Croisière Jaune.
  • 1923 führte Citroën feste Reparaturpreise und Citroën-Modellautos sowie elektro- oder pedalgetriebene Kinderautos (Citroënette) ein. Selbst Citroën-Roller (Trotinette) für die Kinder der weniger betuchten Familien wurden hergestellt.
  • 1924–1925 durchquerten während der Expedition Croisière Noire acht Fahrzeuge Afrika von Colomb-Béchar bis Antananarivo.
  • 1926 gab Citroën Europas erste Schuldverschreibung mit zehnjähriger Laufzeit heraus.
  • 1927 führte Citroën als erste Firma in Europa das 13. Monatsgehalt ein.
  • 1928 gründete Citroën eine Berufsfachschule.
  • 1929 gab Citroën eine einjährige Garantie auf Neuwagen.
  • 1931 fand die Zuverlässigkeitsprüfung und Weltreise Croisière Jaune von Paris nach Peking statt. 35 Fahrzeuge brachen zu einer 20.000 km langen Werbereise auf.
  • 1933 fährt ein Citroën 8CV Petite Rosalie in Montlhéry 136.000 km mit durchschnittlich 104 km/h in 54 Tagen – Weltrekord.
  • 1934 verließ der erste frontgetriebene, auf selbsttragender Ganzstahlkarosse aufbauende Traction Avant das Werk. Aufgrund der guten Straßenlage soll der Traction Avant bei Verbrechern, bspw. Bankräubern, als Fluchtfahrzeug beliebt gewesen sein und wurde daher auch als „Gangsterlimousine“ bezeichnet. Seine Väter waren der Konstrukteur André Lefèbvre und der Designer Flaminio Bertoni.

Weitere Einrichtungen in der Ära Citroën

Einführung von Betriebskindergarten und Betriebsorchester, sozialer Krankenversicherung und Pension. Schulkinder lernten anhand der von den Croisières mitgebrachten Güter vieles von fremden Kulturen – die Gegenstände wurden als Wanderausstellung durch die Schulen des Landes gereicht.

Die Weltwirtschaftskrise, die Spielernatur André Citroëns und die hohen Entwicklungskosten für das Modell Traction Avant brachten die Firma in finanzielle Schwierigkeiten, 1934 musste Konkurs angemeldet werden. Als größter Gläubiger übernahmen die Gebrüder Michelin die Firma. Ihrer Weitsicht ist zu verdanken, dass das fast fertig entwickelte neue Modell auf den Markt kam.

André Citroën starb am 3. Juli 1935 im Alter von nur 57 Jahren. Den Erfolg des Traction Avant erlebte er nicht mehr.

Zweiter Weltkrieg

Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg hatte Citroën einige neue Modelle in Planung und Erprobung:

  • frontgetriebene 8-Zylinder-Prototypen (Limousine/Cabriolet), die auf dem Traction Avant basierten, aber unter der verlängerten Haube einen aus zwei in V-Form zusammengebauten 11CV-Motoren bestehenden Citroën-22CV-Motor hatten. Die Prototypen wurden bei Kriegsbeginn nach Mauritius oder Madagaskar verfrachtet und sind seitdem verschollen.
  • leichter Frontlenker-Lieferwagen, interne Bezeichnung TUB.
  • Prototypen der TPV, der Toute petite voiture, des ganz kleinen Autos. 1936 begann die Produktion; nach 250 Exemplaren wurde sie wieder eingestellt, weil das Werk zur Panzerproduktion gebraucht wurde. Die meisten Wagen wurden verschrottet, damit sie nicht den Deutschen in die Hände fielen, einige wurden aber nur gut versteckt. Drei davon (zwei Limousinen und ein Pick-Up) so gut, dass sie erst 1995 auf dem Dachboden in einer alten Villa auf dem ehemaligen Citroën-Testgelände von La Ferté-Vidame in Frankreich wiedergefunden wurden.

Während der Kriegszeit arbeitete die Entwicklungsabteilung daran, Energieträger wie Alkohol, Gas (Holzgas und Flüssiggas) oder Strom für den Fahrzeugbetrieb nutzbar zu machen, um die Auswirkungen der Benzinrationierung zu kompensieren. Verschiedene Citroën-Fahrzeuge, vorwiegend Nutzfahrzeuge, wurden ab Werk mit Brandt-Holzgasgeneratoren ausgestattet.

Quelle: Wikipedia

Nachkriegszeit

Neuanfang nach dem Krieg: der 2CV, die „Ente“
Gebaut von 1947 bis 1981, Design und Konstruktion aus einem Guss: Citroën HY

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Vorkriegsmodelle weitergebaut.

1947 wurde der aus dem TUB weiterentwickelte und deswegen lange Zeit umgangssprachlich immer noch TUB genannte Lieferwagen des Typs H (später HY, HX, HW, HZ und 1600) vorgestellt, ein Jahr später am 8. Juli 1948 der aus dem TPV weiterentwickelte Citroën 2CV, auch bekannt als Ente. Intern wurde das Modell wieder als Typ A, die Lieferwagenvariante als AU geführt, technisch gibt es aber keine Gemeinsamkeiten mit dem Vorkriegsmodell Typ A. 1955 folgte der DS, „die Göttin“, und löste den noch bis 1957 gebauten Traction Avant ab. Im Jahre 1955 übernahm Citroën einen Anteil von 25 % an der französischen Firma Panhard.

Flaminio Bertonis Design der DS war der Konkurrenz damals weit voraus. Auf die Frage, ob das das Auto von morgen sei, antwortete damals der Entwicklungsleiter André Lefèbvre: „Nein, das ist ein Auto von heute, alle anderen Autos sind von gestern.“ Aber nicht nur das Design war modern, sondern zum Teil auch die Technik: Mit der DS wurde die hydropneumatische Federung an allen Rädern eingeführt. Weitere technische Neuerungen der DS waren die Servolenkung, die hydraulische Bremskraftverstärkung und 1968 das Kurvenlicht.

Der Vierzylindermotor mit zunächst 1900 cm³ Hubraum und 55 kW (75 PS) wurde, nur mit einem neuen Aluminium-Querstromzylinderkopf versehen, aus dem 11CV übernommen. Ab 1965 gab es eine neu konstruierte Motorenreihe mit nunmehr 2200 cm³ Hubraum und 78kW (104 PS). Die DS hatte stets einen Motor mit vier Zylindern. Es waren zwar 6-Zylinder-Boxermotoren für die DS geplant und auch entwickelt worden, diese erfüllte jedoch nicht die Erwartungen der Entscheidungsträger, weswegen dann doch auf den konventionellen Reihenmotor des Vorgängers zurückgegriffen wurde. Damit dieser unter die flache Motorhaube passte, wurde er so weit wie möglich in den Innenraum unter die Armaturentafel geschoben, was ein Loch im Frontscheibenrahmen notwendig machte, um an die vierte Zündkerze herankommen zu können. Ebenfalls 1965 folgte die vollständige Fusion mit Panhard; zwei Jahre lang wurden bei Panhard noch zivile Fahrzeuge – der Panhard 24 – gebaut, danach nur noch Radpanzer.

Die PSA-Ära

Von 1974 bis 1991 das obere Mittelklassemodell: der CX

Bisher letztes Modell der oberen Mittelklasse: der C6

1975 wurde Citroën vom Konkurrenten Peugeot übernommen; seither firmieren die beiden Unternehmen als PSA und entwickeln neue Modelle gemeinsam. Letztes Modell vor der Fusion war der Citroën CX, erste gemeinsame Modelle waren der Visa und der LN, die die technische Basis mit dem Peugeot 104 teilten. Der LN hatte auch die Karosserie des 104 Z, während das Design der Visa-Karosserie auf einen Citroën-Entwurf aus Vor-PSA-Zeiten zurückging, der aber aufgrund der gemeinsamen Plattform nicht verwirklicht werden konnte.

Der „ursprüngliche“ Visa wurde später in Rumänien als Oltcit doch gebaut und als Citroën Axel auch nach Westeuropa exportiert, an den beiden sich optisch extrem ähnelnden Modellen war allerdings kein Bauteil gleich. Die aus Frankreich stammenden Motoren des zweitürigen Oltcit waren die luftgekühlten 4-Zylinder-Boxermotoren des größeren Modells Citroën GS. Der Visa hatte den leicht vergrößerten und etwas modifizierten, luftgekühlten 2-Zylinder-Boxermotor des Citroën 2CV mit 652 cm³ (während der 2CV maximal 602-cm³-Motoren hatte) oder, als Visa II, wassergekühlte Peugeot-Motoren. Analog dazu gab es die gleichen Motoren auch im LN, der – mit den wassergekühlten 4-Zylinder-Reihenmotoren ausgestattet – als LNA angeboten wurde.

Im Oktober 2005 gab Citroën bekannt, mit dem Gasversorger GDF Gaz de France auf dem Erdgasautomarkt zu kooperieren und ab 2007 im Raum Toulouse Fahrzeuge zum Selbstbetanken am Gas-Hausanschluss anbieten zu wollen. Der 500 € teure Kompressor werde hierfür kostenlos bereitgestellt.

Citroën ist seit mehreren Jahren Trikot-Hauptsponsor des spanischen Fußball-Zweitligisten Celta de Vigo.

Das Archiv des Unternehmens trägt den Namen "Conservatoire CITROËN" und dient der wissenschaftlichen Arbeit, bezogen auf die Unternehmensgeschichte. Eine touristische Besichtigung ist nur bedingt möglich.

Quelle: Wikipedia